Besonderheiten

Foto :: Friedhofskapelle

Alte Kirche - heutige Friedhofskapelle

Über den ersten Kirchenbau berichtet die Sage, Duppach habe damals aus 5 Häusern bestanden (davon stehe noch das Pafenhaus), und 2 Höfen (der eine in der Nähe der Dreis-Sauerquelle, der andere in der Nähe des Eichholzkreuzes). Im Streit über den Bauplatz habe das Bauholz bereits in der Nähe des Kreuzes gelagert, aber überirdische Macht habe es an die Stelle der jetzigen Kirche versetzt. Die Hofleute behaupteten, die Duppacher hätten das Holz geholt, brachten es zurück und hielten dabei Wache. Die Wächter setzten sich auf das Holz, damit ihnen im Schlafe kein Schelmenstreich gemacht werde. Am folgenden Morgen erwachten sie auf dem Holze, das wieder an der anderen Baustelle lag (Zitat aus dem Lagerbuch von Pastor Mertes).

Die erste Duppacher Kirche erscheint erstmalig in dem Registrum archidiac. s. Petri m. Trevir. Trier. Archiv VIII, S. 15) um 1330 - vor 672 Jahren!

Sie war eine einschiffige Anlage mit Westturm aus Bruchsteinen errichtet.
Die Erbauung dürfte in die Zeit der Entstehung der Glocken gesehen werden (1470). Noch 1927 deutete die Jahreszahl 1551 im Gurtbogen des Schiffes auf die Erweiterung der Kirche hin. Heute ist dieser Stein in die rechten Innenwand der Friedhofskapelle eingelassen.

Das dreiseitig geschlossene Chor (6,50 m X 5,32 m) hatte ein schönes Sterngewölbe, reiches Fischblasenmaßwerk in den Fenstern und in der Nordwand ein spätgotisches Sandsteintabernakel aus der Zeit der Erbauung des Chores. Die Ansätze der Kreuzbögen sowie die Kreuzungspunkte sind mit Wappen und figürlichen Darstellungen versehen. Das zweijochige Schiff (8,60 m X 5,70 m) hatte Strebepfeiler aus Hausteinen und Kreuzgewölbe, dessen Grate auf schlanken Konsolen und im Westen auf Dreiviertelsäulchen ruhten. Der Triumphbogen war fast rund.
Der zweigeschossige Turm mit dem Eingang öffnete sich rundbogig zum Schiff. Er trug ein gedrücktes achtseitiges Schieferpyramiden-Dach. Der Turm selbst hatte an allen vier Seiten im oberen Viertel ein Turmfenster in Rundbogenform das jeweils mit einem Kelchkapitell getrennt war.

Eine Sakristei wurde erst 1782 unter dem eifrigen Pastor van Schellenbeck auf der Nordseite des Chores erbaut. Die Baukosten betrugen 39 Rthl. 2 alb. 4 den.
Der damalige Barockhochaltar stammte aus dem 18. Jahrhundert. Der Altar hatte einen großen Tabernakel über dem eine Nische angebracht war in der die Statue des Hl. Hubertus stand.

Ein hölzernes Reliquiar enthielt Reliquien der Heiligen Lelius, Leontius, Maximus und Gobinus, die im Jahr 1827 noch vorhanden waren.

Im Sommer 1887 erfolgte unter der Leitung von Pastor Peter Schmitz eine große Reparatur der Kirche. Der alte Dachstuhl drohte einzustürzen.
Da das Gewölbe höher war als die Seitenmauern, wurden diese ungefähr einen Meter erhöht, damit die Bundbalken zum Tragen des Dachstuhles über das Gewölbe gingen.

Diese Erhöhung der Mauern des Schiffs und Chors bedingte auch eine Erhöhung der Turmmauern um etwa 2 Meter. Der Turm erhielt einen neuen Glockenstuhl und die Empore größere Fenster.
Die Gesamtkosten betrugen 3559,80 Mk. Davon trug Pastor Schmitz, der seit 1884 im Eremitenhause in Trier wohnte, 2495 Mk., die Gemeinde zahlte 801,68 Mk. (laut Lagerbuch).

Am 5.8.1888 weihte Pastor Dohm aus Meisenheim, ein Sohn der Pfarrei, die von ihm gestifteten Stationen ein.
Bei dem Wachstum der Gemeinde wurde die Kirche bald zu klein. Um Raum zu schaffen, beseitigte man die Seitenaltäre.
Der Abriss der alten Kirche erfolgte in den Jahren 1934/1935. Nur das Chor wurde nicht abgerissen und wird heute noch, in einem sehr gut erhaltenen Zustand, als Friedhofskapelle genutzt.