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Pfarrgeschichte Die Zwergpfarrei Duppach wird zum ersten Mal im Prümer «Goldenen Buche» im Registraturvermerk einer Urkunde des Kaisers Lothar I. vom 1.1.846 genannt. Erzbischof Hetti von Trier tauscht Güter mit Abt Marcuard von Prüm. Dieser gibt «ekkileiuesroth» und erhält dafür einen Bifang bei Calenborn. Die Entstehung dieser winzigen Pfarrei erklärt sich aus ihrer Lage an der Grenze der Diözese, des alten Gaues und aus ihrer Zugehörigkeit zur Grafschaft Blankenheim. Duppach gehörte offenbar zum Carosgau, zur Urpfarrei Büdesheim, zu Prüm, kam in die Hand der Schönecker Vögte und von diesen als Afterlehen an die Familie von Schmittheim. Der Pfarrort erscheint unter Dubahe im Güterverzeichnis der Abtei Prüm im Jahr 893, obwohl sie nicht zu der Abtei gehörte. Die Schönecker Herren, die ihre Burg Hartelstein durch den von ihnen präsentierten Pastor in Weinsheim seelsorgerlich bedienen ließen, wollten ihre Untertanen in Duppach nicht von Prümer Pastoren, vielleicht sogar Koventualen, in Büdesheim besorgen lassen. Ihre ablehnende, ja feindliche Stellung zur Abtei Prüm, der Konkurrentin im Streben nach Besitz und Landeshoheit, verursachte höchstwahrscheinlich die Gründung der kleinen Pfarrei Duppach. 1334 verkauften Mechtild, Witwe des Herrn Diedrich Rübsatz von Schmittheim, und ihre Kinder Arnold, Diedrich und Drude ihr Dorf Duppach, das sie von den Herren von Schönecken zu Lehen trugen, mit Leuten, Gericht, Kirchengift, Gülten und allem Zubehör an Herrn Gerhard von Blankenheim für 800 Mark Kölnisch. Bei dem Verkauf des Dorfes Duppach an die Blankenheimer gingen also auch Kirchengift, Zehnt und Kollationsrecht an die Grafen über. Der Pastor erhielt vom großen und kleinen Zehnt die Hälfte, und hatte damit auch die Hälfte der Baupflicht. Der Ausdruck «Kirchengift» lässt auf Selbständigkeit schließen. Gleichzeitig erscheint die Pfarrei 1330 in der Taxa generalis, etwas später (1389) im Registrum subsidiorum. Die Angabe von Hommers, Duppach, früher Filiale von Sarresdorf, sei um 1551 zur Pfarrei erhoben worden, ist damit hinfällig. Wenn Duppach von Sarresdorf abgezweigt wäre, wäre der Pfarrort sicher bei Köln geblieben. Die absolutistischen Bestrebungen der Blankenheimer brachten manche Eingriffe in kirchliche Angelegenheiten. Schon beim Capitulum generale in Kyllburg am 25.7.1570 wird der Pastor von Duppach als fehlend bezeichnet; auch zum Visitationsakte (in Prüm, Niederprüm oder Schönecken) erschien niemand. Es wird angenommen, dass die Ursache ein Verbot des Grafen war. 1677 wurde bei der bischöfliche Visitation vom Pastor beklagt, «dass die Rechnung vor dem Grafen gelegt werde und so große Kosten entständen, dass die Fabrik verarme, dass er, der Pastor, gezwungen sei, jährlich eine junge Kuh und einen Jagdhund des Grafen zu füttern, da er doch selbst nur dürftige Mittel habe; dass der Graf ohne weiteres die Hälfte des Zehnts an sich ziehe, den der Pastor bisher allein gehabt habe; endlich, dass der Graf Dinge strafe, die der kirchliche Richter und der Pastor zu ahnden hätten.» Bei der Visitation wurde nur erwähnt, dass die Duppacher Kirche drei Altäre und zwei Kelche besitze. Es wurde eine Wochenmesse zu Ehren der allerheiligsten Jungfrau gehalten. Am 10.7.1713 wurde bei der Visitation über Eingriffe der Blankenheimer Grafen in die geistlichen Gerechtsame geklagt: Daraufhin sprach der Visitator für den Fall des Nichterscheinens das Interdikt über die Pfarrkirche aus. Das Aktenstück wurde an die Kirchtüre geheftet. Pastor Junkersdorf bat bald darauf um Aufhebung des Interdikts, weil allem Anschein nach die Ursache des Interdikts nicht so leicht behoben werden könne. "Außer dem geistlichen Schaden, den seine Person erleide, dränge ihn das Erbarmen mit den unschuldigen Pfarrkindern. Damit er nicht länger der Meßzelebration beraubt sei, die Pfarrkinder aus Mangel an Unterricht und Mahnung nicht verwilderten, seine Hausgenossen nicht unter großen Beschwerden zum Gottesdienst nach auswärts laufen müssten, bat er, ihm zu gestatten, täglich ohne Glockenzeichen bei verschlossenen Türen in Gegenwart seiner Hausgenossen zu zelebrieren, seinen Pfarrkindern in der Kirche das Wort Gottes zu verkünden, die Toten auf dem Kirchhof zu begraben, täglich dreimal den Angelus läuten zu lassen, kurz alles zu erlauben, was man bei wohlwollendster Auslegung der Zensur dem armen, unschuldigen Volke gestatten könne. Am 30.9.1713 hob der Weihbischof das Interdictum locale, besonders mit Rücksicht auf den Winter auf und gestattete, den Gottesdienst wie früher zu feiern. Über die Mumper und Sendschöffen verhängte er das Interdictum personale, bis sie ihre Hartnäckigkeit gehörig gebüßt und Gehorsam geleistet hätten. Dem Pfarrer wurde ernstlich aufgetragen, sie vom Gottesdienst auszuschließen. Die Betroffenen baten nun beim Grafen um Erlaubnis, sich "zu Trier sistiren und relaxationem so schweren Verbots ausbitten" zu dürfen. In den Ordinatis für die Pfarrei Duppach betont der Weihbischof scharf die alten kirchlichen Rechte und rügt es, Mumper und Sendschöffen zu zwingen, dass sie die jährliche Rechnung vor dem weltlichen Beamten legen. Die Rechnung ist zu legen vor Pastor und Sendschöffen, so jedoch, dass man zur Exekution und zur sicheren Anlage der Kirchenhypotheken den weltlichen Arm anrufen darf - alle Versuche gegen die Jurisdiktion in Ehesachen erklärt der Visitator für ungültig." 1727 konnte der Pastor die ihm gegebenen Ordinata nicht durchführen, weil der Landesherr, der Graf von Blankenheim, ihn hinderte. Das trierische Generalvikariat rief das Vikariat zu Köln um Hilfe an (PR.). Um 1740 zog der Graf sogar das Recht, den Küster zu ernennen, an sich. Die Pfarrei hatte 1778 - 150, 1827 - 333, 1851 - 501, 1869 - 535, 1887 - 316, 1900 - 525 und 1925 - 700 Seelen. Heute, im Jahre 2002, haben wir in Duppach 283 Katholiken. Deutlich sieht man an diesen Zahlen die starke Auswanderung Duppacher Bürger nach 1869 in die neue Welt. Durch wirtschaftliche Not wurden viele zu diesem Schritt gezwungen. Bei der Neuorganisation d. J. 1803 erhielt die Sukkursalpfarrei (Unterpfarrei) Duppach als Filiale das bisher kölnische Auel im Kreise Daun. Die Loslösungsversuche Auels führten zu dauernden Differenzen. |