| Vulkaneifel: das «Sibirien Deutschlands», so wird ab und zu mitleidig gestöhnt, wenn dieser Name fällt. Alles Unfug! Klimatisch ist die Region nicht schlimmer dran als andere Mittelgebirgslandschaften im Land. In Jahrhunderten wurde das Grenzgebiet im Westen aber schon arg gebeutelt. Wirtschaftlich gesehen war und ist die Eifel daher immer noch eine «strukturschwache Region», auch wenn es schon lange keinen Stacheldraht zwischen den Nachbarn mehr gibt. Es geht recht langsam aufwärts mit Industrie und Handel, eine Branche aber wächst und gedeiht: der Tourismus.
Die Eifel, das ist auf der Karte das grosse Gebiet zwischen Aachen, Bonn, Koblenz und Trier. Im Osten bildet der Rhein die Grenze, die Mosel trennt im Süden die Eifel vom Hunsrück. Luxemburg und Belgien sind die europäischen Nachbarn. Kerngebiet und mit mehr als drei Millionen Übernachtungen im Jahr das touristische Herzstück ist die Vulkaneifel. Ein schon immer sehr «lebendiges» Land - Vulkankegel, Hochmoore und tiefe Maare sind die sichtbaren Zeugen einer bewegten geologischen Vergangenheit. Zahlreiche noch heute kräftig sprudelnde Mineralquellen deuten darauf hin, dass die Erde noch längst nicht zur Ruhe gekommen ist.
Daun
Ein Maar bildete sich durch das Zusammenstossen von Grundwasser und glühendheisser Magma im Erdinneren. In einer gewaltigen Explosion verdampfte das Wasser innerhalb von Sekundenbruchteilen und bildete das kreisrunde Maar. Es gibt mehr als 300 Vulkane in der Vulkaneifel und 68 Maare. Die weltbekannten «Augen der Eifel» - wie sie die Dichterin Clara Viebig nannte - liegen verstreut in den Wiesen und Wäldern um den Kurort Daun. Daun und Umgebung ist das Zentrum der Region.
Wallenborn
Südwestlich von Daun kann man vulkanische Tätigkeit hautnah erleben: In regelmässigen Abständen schiesst Wasser aus dem Inneren der Erde an die Oberfläche. Solche Quellen sind in der Eifel nicht ungewöhnlich, aber keine ist so pünktlich und zuverlässig wie der Brubbel. Eine Attraktion, die dem kleinen Ort mehr als 60.000 Besucher pro Jahr einbringt.
Gerolstein
Tief eingeschnitten im Kylltal des Gerolsteiner Landes liegt die durch den Gerolsteiner Sprudel weltbekannt gewordene Brunnenstadt. Wahrzeichen der Stadt sind die Dolomitfelsen, ein schon 400 Millionen Jahre altes Meer aus Stein.
Seine Geschichte und die uralte Entstehungsgeschichte unserer Erde erzählt anschaulich der GEO Park Gerolstein.
Manderscheid
Die erloschenen Vulkane geben der Landschaft ihren Schwung und Charme.
Im südlichen Teil der Vulkaneifel um den Ort Manderscheid liegt die Mosenberg-Vulkangruppe. Die berühmten Vulkankraterseen haben sich im Lauf der Zeit mit Regenwasser gefüllt, so wie zum Beispiel der Windsborn-Krater - der einzige Bergkratersee nördlich der Alpen.
Die schönsten Wanderwege der Eifel kreuzen hier im tiefen Liesertal an den weltbekannten Manderscheider Burgen. Beim Burgenfest lassen jedes Jahr am letzten Augustwochenende Ritter, Kaufleute, Gaukler und Handwerker das Mittelalter wieder aufleben.
Kronenburg
Die Landschaft um den grossen Kronenburger Badesee ist der nördliche Teil der Vulkaneifel und das Tor zu den europäischen Nachbarn Luxemburg und Belgien - heute ein Land ohne sichtbare Grenzen.
Ein architektonisches Kleinod ist das historische Bergstädtchen Kronenburg. Es umschließt eine Burgruine aus dem 13. Jahrhundert. Touristisches Zentrum der nördlichen Vulkaneifel ist der Luftkurort Stadtkyll.
Hillesheim
Im historischen Marktflecken Hillesheim findet noch heute an jedem dritten Donnerstag im Monat der größte Viehmarkt in Westdeutschland statt. Der sich anschliessende Krammarkt ist weit über die Grenzen der Region bekannt und lockt im Sommer Tausende Besucher an. Die Stadt Hillesheim wurde im Rahmen einer europäischen Kampagne vorbildlich erneuert.
Nürburgring
Die Ferienregion Kelberg ist geprägt durch ihre Nähe zu einer der schönsten Rennstrecken der Welt, dem Nürburgring. Die 1927 bei Adenau erbaute «grüne Hölle» des Automobilrennsports ist der wirtschaftliche und touristische Motor der ganzen Region. Und diese Legende lebt. Formel 1, Truck Grand Prix, Marathonläufe und im Winter Schlittenhunderennen machen einen Besuch des «Rings» zu jeder Jahreszeit lohnenswert.
Bad Bertrich
Seit der Römerzeit sprudelt im Staatsbad Bad Bertrich eine besondere Quelle der Gesundheit: Die einzige Glaubersalzquelle Deutschlands mit einer Naturwärme von 32 Grad Celsius. Gibt es in diesem Seitental der Mosel Gesundheit pur, so findet sich auf den nahen Eifelhöhen bei Lutzerath und Ulmen eine Vulkanlandschaft mit Kratern und Maaren. In Ulmen findet man mit dem Ulmener Maar den jüngsten Vulkan Deutschlands.
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